Stell Dir vor: Die EM läuft und keiner kanns sehen

Basketball in China ist groß. Wenn man nach absoluten Zahlen geht, größer als Fußball in Deutschland. Und sogar größer als Basketball im Mutterland USA. Angeblich gibt es mittlerweile 300 Millionen NBA Fans und ca. 100 Millionen davon schalten bei den Spielen ein.

Als die chinesische Regierung drei Tage Trauer ausgerufen hat, mussten diese doppelt trauern: für die Erdbebenopfer und weil die ausführliche Basketballberichterstattung während der NBA-Playoffs aussetzen musste. Überhaupt durfte drei Tage lang gar kein Sport im Fernsehen gezeigt werden. Weder auf den Sportsendern, noch in den Nachrichten.

Ab dem 22. Juni sollte alles wieder zur Normailtät zurückkehren, oder eben das was man in China Normalität nennt. Die Sportübertragung wurde wieder aufgenommen. Auch das erste Halbfinalspiel der NBA (Jedes NBA Halbfinale kann maximal über 7 Spiele gehen). Danach war aber Schluss.

“These games are not in accordance with the atmosphere of the nation after the devastation of the earthquake. They are too entertaining”

(Jiang Heping, director of the state TV sports channel)

Merkwürdigerweise durften andere Sportarten aber ganz normal gezeigt werden. Woran liegts? Wohl kaum, weil diese nicht so unterhaltsam sind wie Basketball. Das Hin-und-Her wäre wohl niemals passiert wenn einer der beiden chinesischen NBA-Spieler im Halbfinale gestanden hätte. Außerdem gibt es genug Hinweise auf … Überraschung … politische Gründe.

In den letzten Wochen hatten sich einige NBA-Spieler zu der Situation in Darfur geäußert, wobei China nicht immer gut weggekommen ist. Ein Zusammenhang wurde zwar wieder bestritten, aber das heisst ja nicht unbedingt was.

Heute läuft das erste Spiel der NBA-Finals. Auch im chinesischen Fernsehen. Gibt es einen Zusammenhang mit einer 2 Millionen $ Spende der NBA?

Ich muss jetzt weitergucken. Das Spiel ist spannend und wer weiß ob das zweite Final-Spiel auch noch im Fernsehen läuft.

1 Kommentar(e)

  1. Prozentual gesehen düften 100 Mio. Zuschauer bei 1,321 Mrd. Einwohnern aber noch hinter den deutschen Fußballfans liegen. Die sollen sich die Spiele jetzt übrigens beim Rudelgucken ansehen, zumindest wenn es nach EinsLive geht


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